Berufsunfähigkeits­versicherung in Österreich sinnvoll?

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Du willst wissen ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung für dich sinnvoll ist? Dann lies dir  diesen Artikel durch und schau meine YouTube-Videos zu dem Thema. Du wirst danach vermutlich mehr wissen als 50% aller Versicherungsvermittler in Österreich 😉

EIN BISSCHEN ETWAS ZU MIR:

Ich bin schon seit dem Jahr 2013 in der Versicherungs- und Finanzbranche tätig. Allerdings erst seit dem Jahr 2017 Vollzeit. In dieser Zeit hat es kaum einen Tag gegeben, an dem ich mich nicht mit Versicherungs- und Finanzthemen beschäftigt habe. Das liegt auch daran, dass mein Bruder und mein Vater ebenfalls als Versicherungsmakler tätig sind. Wir unterhalten uns daher auch privat ständig über diese Themen. Das können alle Leute in unserem Umfeld bestätigen. Oft genug müssen wir uns Beschwerden anhören, weil Sie keine Lust haben ständig über Versicherungs- und Finanzthemen zu sprechen. Dafür habe ich auch vollstes Verständnis , da es schon eher trockene Themen sind. 😊

Bevor ich eine Versicherung abschließe:

Versicherungen und Finanzen beschäftigen mich wirklich jeden Tag und das ist cool für mich. Es macht mir ganz einfach Spaß. Bevor ich selbst eine Versicherung für mich abschließe, mache ich genau das gleiche, wie für all meine Kunden. Ich analysiere das Risiko gründlichst, mache mir klar was es bedeutet, wenn dieses Risiko eintritt. Sehe mir an, welche Angebote die verschiedenen Versicherungen haben. Danach prüfe ich die Angebote, schaue mir die Versicherungsbedingungen an und treffe die Entscheidung, die Versicherung abzuschließen oder nicht.

Warum ich selbst erst spät eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen habe:

Ich beschäftige mich jetzt schon längere Zeit mit der Berufsunfähigkeitsversicherung. Trotzdem habe sie erst sehr spät, nämlich im November 2020, für mich selbst abgeschlossen. Es gab zwei Gründe, warum ich sie nicht schon viel früher abgeschlossen habe.

Risiko falsch eingeschätzt:

Ich habe das Risiko, eines Tages aufgrund einer Krankheit berufsunfähig zu werden falsch eingeschätzt. Mir war immer bewusst, dass ich einmal einen Unfall haben könnte, bei dem ich mich so schwer verletze, dass ich nie wieder arbeiten kann. Aber für diesen Fall habe ich meine Unfallversicherung schon seit meiner Geburt. Dass ich aber aufgrund einer Krankheit nie wieder arbeiten gehen kann, konnte ich mir nie wirklich vorstellen. Ich versuche viel für meine Gesundheit zu tun. Drei bis vier Mal pro Woche betreibe ich Sport. Seit 2015 ernähre ich mich vegetarisch und gehe regelmäßig zu Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass man sehr viel zu seiner Gesundheit beitragen kann. Mittlerweile habe ich aber verstanden, dass man noch so gesund leben kann, das Risiko, dass aufgrund einer Krankheit nicht mehr arbeiten zu können besteht trotzdem.

Schlechte Angebote:

Die Versicherungsgesellschaften haben ihre Angebote in den letzten Jahren massiv verbessert. Speziell ein paar Deutsche Versicherungsunternehmen bieten mittlerweile auch in Österreich richtig gute Berufsunfähigkeitsversicherungen mit sehr fairen Vertragsbedingungen an. Zudem sind die Preise der deutschen Anbieter, mit Niederlassung in Österreich, in den meisten Fällen um einiges günstiger. Das liegt daran, dass die BU (Berufsunfähigkeitsversicherung) in Deutschland schon seit zwei Jahrzehnten als eine der wichtigsten Versicherungen gilt. Die Leistungen aus der gesetzlichen Sozialversicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit sind in Deutschland nochmal geringer als bei uns in Österreich. Daher haben sich bereits ca. 70% der Deutschen privat versichert. Insgesamt haben die Deutschen Anbieter einfach mehr Erfahrung was das Risiko betrifft.

Ich habe verstanden, dass für mich das Risiko einer Berufsunfähigkeit genauso besteht, auch wenn ich versuche möglichst gesund zu leben. Daher ist nach meiner Analyse die Berufsunfähigkeitsversicherung auch in Österreich eine der absolut wichtigsten privaten Versicherungen. Speziell für jene Personen, die noch länger als 20 Jahre arbeiten werden und kein Millionenvermögen besitzen ist sie fast schon Pflicht.

DIE WICHTIGKEIT DER BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG:

Um die Wichtigkeit der BU nochmal zu verdeutlichen will ich sie mit einer Versicherung vergleichen. Mit der guten alten Haushaltsversicherung. Stell dir vor deine Wohnung brennt ab und alles was du darin aufbewahrt hast, liegt in Schutt und Asche. Der Schaden, der dabei entsteht, wird vermutlich mehrere Zehntausend Euro betragen. Wenn du nun keine Haushaltsversicherung hast, die die für diesen Schaden aufkommt, dann kann das schon verdammt ärgerlich sein. ☹ 🔥

Solang du aber gesund aus den Flammen gekommen bist, ist es halb so wild. Du kannst du dir im Laufe deines Lebens all das wieder erarbeiten, was in dem Feuer zerstört wurde. Denn was dir bleibt ist deine Arbeitskraft, und deine Arbeitskraft ist vermutlich ein Vielfaches von deinem Wohnungsinhalt wert.

Unser Humankapital:

Rechnen wir uns einmal den Wert der Arbeitskraft einer einzelnen Person aus:

Alter der Person:                             25 Jahre

Nettoverdienst pro Monat:         EUR 2.000

Das Gehalt wird 14-mal pro Jahr ausbezahlt und das für die nächsten 40 Jahre, wir nehmen die Pensionierung zur Vollendung des 65. Lebensjahres an. Das ist das derzeitige Regelpensionsalter für Männer – davon gehen wir aus, auch wenn sich daran in den nächsten 40 Jahren möglicher Weise noch etwas ändert.

EUR 2.000,- x 14 x 40 = EUR 1.120.000,-

Das heißt die Arbeitskraft dieser Person hat einen Wert von EUR 1.120.000,-. Hier wurden noch nicht mal die zukünftigen Gehaltserhöhungen berücksichtigt. Im Falle einer dauerhaften Berufsunfähigkeit beträgt der Schaden EUR 1.120.000,-. Umso jünger man ist, desto höher ist der Wert der Arbeitskraft und umso wichtiger ist auch die BU.

Die Haushaltsversicherung ist ebenfalls eine wichtige Versicherung, aber für die meisten von uns definitiv nicht so wichtig wie die BU. Trotzdem hat fast niemand eine BU, aber fast jeder eine Haushaltsversicherung ☹

Leistungen aus der Sozialversicherung:

Jetzt ist es aber so, dass wir in Österreich in einem Sozialstaat leben und es auch Leistungen aus unserer gesetzlichen Sozialversicherung gibt, wenn man berufsunfähig (bzw. erwerbs- oder arbeitsunfähig -> Definitionen in der Sozialversicherung) wird. Um diese Leistungen zu bekommen muss man gewisse Voraussetzungen erfüllen. Man muss bereits eine bestimmte Anzahl an Versicherungsmonaten zu Buche stehen haben. Versicherungsmonate sind Zeiten, in denen man in die gesetzliche Pensionsversicherung einbezahlt hat.

  • Unter 27-Jährige müssen mindestens 6 Monate in die Pensionsversicherung einbezahlt haben
  • Über 27 sind es schon mindestens 5 Jahre, innerhalb der letzten 10 Jahre, die man einbezahlt haben muss
  • Und ab 50 Jahren benötigt man für jeden Monat, den man älter wird, einen zusätzlichen Versicherungsmonat

 

Hier kannst du dir deine aktuelle Pensionskontomitteilung abrufen und selbst checken wie viele Versicherungsmonate du bereits auf deinem Konto hast 😉

https://www.meinesv.at/cdscontent/?contentid=10007.771188&viewmode=content

Pensionskontoauszug

Warum die Sozialversicherung keine gute Lösung ist:

Wenn man die notwendige Anzahl an Versicherungsmonaten hat, heißt das aber noch nicht, dass man eine staatliche BU-Pension bekommt. Im Jahr 2019 sind von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) 66,8 % aller Anträge auf eine BU-Pension abgelehnt worden. Danach beginnt ein langwieriger Reha- und Umschulungsprozess, der für die Betroffenen oft sehr belastend ist. Wenn man den Wiedereinstig in den Arbeitsmarkt danach nicht schafft, landet man früher oder später beim AMS und in weiterer Folge in der Notstandshilfe. Obwohl es viele Menschen gibt, die tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können (oft psychische Erkrankungen), erkennt die PVA diese nicht als berufsunfähig an und zahlt daher auch keine Pension aus.

Gehört man doch zu den restlichen 33,2 % und der Antrag wird von der PVA anerkannt, bekommt man nur einen Bruchteil vom vorherigen Verdienst. Die Höhe dieser Pension ist abhängig von der Anzahl an Versicherungsmonaten und der Gesamtgutschrift auf dem Pensionskonto. Pauschal kann man sagen, du bekommst ca. 20 – 70 % von deinem bisherigen Nettoeinkommen ☹

Der durchschnittliche Wert aller staatlichen BU Pensionen ist aktuell EUR 1.196,- monatlich.

Wenn du wissen willst wie hoch deine staatliche BU-Pension wäre, dann benötige ich von dir deine aktuelle Pensionskontomitteilung.

Der Unterschied bei einer privaten Versicherung:

Die Berechnung deiner staatlichen BU-Pension ist allerdings gar nicht so wichtig, denn aktuell werden ohnehin 66,8 % (Wert aus 2019) aller Anträge von der PVA abgelehnt. Genau hier liegt auch der große Unterschied zu einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen, dort werden nämlich ca. 80% aller Anträge auf BU-Pension angenommen und nur um die 20 % abgelehnt. Unser Staat ist zwar sozial, aber nicht so sozial wie die meisten von uns denken. 😉

Definition „berufsunfähig“:

Bei einer privaten Versicherung wird Berufsunfähigkeit auch viel klarer definiert als in der Sozialversicherung. Und zwar ist man bei einer privaten BU-Versicherung berufsunfähig, wenn man den zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich für mindestens die nächsten 6 Monate, auf Grund von Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall nur mehr zu Hälfte (50 %) ausüben kann. Das wird von einem unabhängigen Arzt festgestellt.

Ich hoffe dieser Artikel war hilfreich für dich, du hast die Wichtigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung erkannt und wirst nun deine optimale Lösung suchen. Wenn du wissen willst, worauf du dabei achten musst und wie du den besten Anbieter findest dann bist du recht herzlich willkommen in meiner Online-Beratung. Bei der Wahl des richtigen Anbieters ist sehr viel zu beachten und das Wichtigste befindet sich, wie so oft bei Versicherungen, im Kleingedruckten.

 

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Hier noch mein YouTube-Video zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung:

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